Kommerz im Tantra?

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Themenersteller
21. September 2017
Kommerz im Tantra?

Hi und herzlich Willkommen zu meinem Thema.

Ich habe hier einiges gelesen, über das Massieren, das Prostitutionsgesetz und auch über diverse andere Themen.

Jetzt habe ich auch mitbekommen, dass Tantra ein eher spiritueller Lebensstil ist (manche halten es sogar für eine Religion, für andere ist es eine Art "Psychologie hinter dem Sex" für wiederum andere, nur eine Art Sex, die nicht "schmutzig" ist).

Wie auch immer man es sieht, ich bemerke hier im Forum, dass es sehr oft auch darum geht, Geld Leistungen dafür zu bekommen (als Ausgleich).
Ich weiß nicht, ob Geld und Spiritualität vereinbart werden können - meiner Meinung nach nicht. Sogar in anderen Religionen (falls man Tantra als solches sieht) wird definitiv dazwischen unterschieden.

Wie seht Ihr die Sache und vor allen Dingen warum?

(Hier werden weder die Leute, die dafür, noch die, die dagegen sind Vorgeführt, solange die Diskussion "anständig" verläuft. Und, darauf möchte ich DEUTLICH hinweisen, es darf und soll über Geld gesprochen werden).

Lieben Gruß,
Kal
 
21. September 2017

Wie auch immer man es sieht, ich bemerke hier im Forum, dass es sehr oft auch darum geht, Geld Leistungen dafür zu bekommen (als Ausgleich).
Ich weiß nicht, ob Geld und Spiritualität vereinbart werden können - meiner Meinung nach nicht. Sogar in anderen Religionen (falls man Tantra als solches sieht) wird definitiv dazwischen unterschieden.

Warum soll Geld und Spiritualität nicht vereinbar sein ?
Wir leben in einer freien Marktwirtschaft und wofür ich Geld nehme und wofür nicht
wird doch alleine durch Angebot und Nachfrage geregelt solange es nicht gegen
geltendes Gesetze verstösst. Für Tantra gibt es sicherlich soviele Definitionen wie es Meinungen gibt, daher
kann es für jeden auch etwas anderes sein. Geld und Spiritualität schliessen sich nicht aus mMn.
denn auch Pfarrer der (evangelischen) Kirche werden bezahlt und können nicht allein von Luft und Liebe leben *g*. Warum man für eine erbrachte Leistung kein Geld verlangen soll erschliesst sich mir nicht. Letztendlich entscheidet der Käufer/In ob er/sie kaufen will oder nicht.

Die Sie
Danke12x
 
21. September 2017

Ich sehe es so: als Lebensstil oder Einstellung zum Leben hat Tantra natürlich nichts mit Geld zu tun.


Aber in dem Moment, wo ich eine Dienstleistung in Anspruch nehme - und so stufe ich eine Massage in einem Institut oder bei einem gewerblich anbietenden Masseur ein - ist es ok, dafür Geld zu zahlen/verlangen.

Genauso wenn ich einen Kurs o.ä. besuche, dann kostet das etwas.
Ein Meditationskurs oder Yogarkurs, oder Lehrgänge in anderen religösen Einrichtungen kosten ja auch Geld.

Hier im JC gibt es noch den "Graubereich", wo Massagen nicht gewerblich, aber auch nciht als Bestandteil einer bereits bestehenden privaten Beziehung angeboten werden. Da sehe ich es einfach als eine Frage der Absprache, sich darüber zu verständigen, was gegenseitig erwartet wird. Ein Austausch - von was auch immer. Oder ein Geschenk. Ohne erwartete Gegenleistung. Beides ist ok, wenn es für die Beteiligten so ist.
 
21. September 2017
Irgendwie muss es zusammenstimmen

Ich wohne in einer Schwäbischen Kleinstadt. Wenn's irgendwo etwas kostenlos gibt, kommen viele Leute (z.B. Vorführungen, Konzerte, Stadtfest ...), während gebührenpflichtige Events oft nur einen kleinen Liebhaberkreis ansprechen (es sei denn sie liegen im Trend und ziehen die Massen an - dann werden auch teure Eintrittspreise gezahlt).

Was Tantra anbelangt, gibt es sehr preisgünstige Tantra-Abende oder -Tage, aber auch teurere Workshops, die manchmal doppelt so viel kosten wie z.B. vom Aufwand her vergleichbare Yoga-Workshops, aber immer noch billiger sind als viele EDV-, Psychologie- oder Medizin-Workshops. Auch Tantra-Massagen sind oft teuer, wenn man sie mit dem vergleicht, was ein guter Physiotherapeut für Massage oder Lymphdrainage verlangen kann. Vergleicht man sie allerdings mit Psychotherapie-Stunden oder dem Preis von Edel-Prostituierten, dann "stimmt" der Stundenlohn eigentlich schon wieder.

Da es für Tantra-Angebote kein festes Tarif-System gibt, bestimmt Angebot und Nachfrage den Preis, und jeder muss für sich selbst herausfinden, was ihm wieviel wert ist oder welche Leistung er zu welchem Preis anbieten kann.

Was den spirituellen Aspekt anbelangt, hat die Kirche den Vorteil, dass der Staat für sie Kirchensteuer eintreibt, von der Kirchen und Pfarrer bezahlt werden können. Gäbe es so etwas für Tantra auch, könnte die Tantra-Community Meditations- und Ritualtempel bauen und Profi-Moderatoren bezahlen, die den Geist des Tantra weiterpflegen und "predigen".

Man kann Tantra auch mit Tanz, Musik und Theater vergleichen. Vieles davon findet im mehr oder weniger kostenneutralen Freizeitbereich statt - aber ganz ohne professionelle Tänzer, Musiker und Schauspieler und entsprechende Lehrer würden diese Kunstrichtungen verarmen.
Danke11x
 
21. September 2017
Energieausgleich . . .

. . . nenne es, wie Du willst. Klar würde ich dafür auch anderes annehmen . . . nur den meisten, die gerne mein Tantra-Yoga - in welcher Form auch immer - in Anspruch nehmen, fällt da immer nur Geld ein. Also nehme ich das . . . *g*

St. Barth Coconut Oil, gute Yogamatten, Raumatmosphäre, Raum an sich, eigene Weiterbildung, etc. . . . kommen noch nicht ganz 'bedingungslos' daher . . . aber ich arbeite daran . . . *g*

Wie stellst Du dir das praktisch vor, Lord_Kal_El ?

Bzw. was verstehst Du unter 'Kommerz' ? Gewinnerzielungsabsicht (Gewerbe, inkl. Einnahmen, die auch schon mal ausserhalb jeder Relation liegen können) oder auch schon den damit verbundenen Lebensunterhalt ?
 
21. September 2017

Wenn man zum Physiotherapeuten geht, dann ist es selbstverständlich, dafür so um die 35 € pro Stunde zu zahlen.

Wenn man eine zwei- bis dreistündige Tantrmassage haben möchte, warum soll das dann kostenfrei sein?
 
21. September 2017
Tantra / Tantramassage

Ich denke, man sollte zuerst mal eine Begriffsklärung machen. Tantra und Tantramassage sind grundsätzlich zwei Paar Schuhe. Tantra ist eine Lebensphilosophie oder Religion oder esoterischer Glaube, was auch immer, und ist schon seit ein paar Jahrhunderte in den diversesten Ausführungen da. Die Tantramassage ist ein ziemlich neuzeitliches 'Produkt', das aus dem Neo-Tantra entstanden ist.
Ich bin Tantramasseur und habe mit der Philosophie Tantra nur teilweise was am Hut, da mir vieles daran zu esoterisch angehaucht ist. Als Tantramasseur habe ich eine mehrjährige Ausbildung durchlaufen, die nicht gerade billig war. Deshalb biete ich meine Massagen auch professionell gegen Entgelt an. Ich bin der festen Überzeugung, dass meine Massagen für die Empfangenden in ihrer Qualität nicht leiden, bloss weil ich dafür Geld verlange.
Zur Spiritualität: Dieser Begriff wird ebenfalls sehr schwammig verwendet und oft mit Esoterik, Religion, Mataphysik und weiterem vermischt und verwechselt. Eine sehr gute, realitätsnahe Definition dieses Begriffs findet man beim Philosophen Thomas Metzinger im Nachwort seines Buches 'Der Ego-Tunnel'. Dieses Nachwort ist eigentlich ein Essay, das man unter dem Titel 'Spiritualität und intellektuelle Redlichkeit' auf dem Internet runterladen kann.
Unter diesen zwei Prämissen bin ich überzeugt, dass der sogenannte Kommerz (ich interpretiere jetzt, dass du jeden Tausch einer Dienstleistung gegen Geld als solchen definierst) mit der Tantramassage und auch dem (Er)leben von Spiritualität in keinem Widerspruch steht. Bei Tantra selbst sieht die Lage wahrscheinlich anders aus. Aber ich bin nicht auf dem Laufenden, was für Dienstleistungen dort angeboten werden.

Daniel
 
21. September 2017
Eine Dienstleistung gibt es nicht umsonst...

Und eine professionelle Tantramassage ist eine Dienstleistung. Und da zahl ich auch gern, wenn ich mir das gönnen möchte. Das bin ich mir dann auch wert!

Ich hätte auch kein Problem für meine Massagen Geld zu bekommen.
Und bei einem privaten Austausch gibt es auch ein geben und nehmen.

Und für deinen tantrischen/spirituellen Lebensweg musst Du ja nichts bezahlen *g*

Mir fällt allgemein immer wieder auf, dass gerade die Leute ohne Geld ein Problem mit bezahlter Dienstleistung haben. Aber umsonst würde von denen auch keiner arbeiten *g*
Danke10x
 
21. September 2017

Mir ist die Diskussionsgrundlage nicht ganz klar, um diese mal zu schaffen mache ich mal eine kleine Rechnung auf:
Ich schätze mal, dass ich ca. 10 Tage lang jeden Tag 2 h mit der Vorbereitung eines Seminars beschäftigt bin, das dann an den folgenden Tagen insgesamt 15 h dauert:
Fr: 20-23 = 3h
Sa: 8-9 + 10:30-12:30 + 15-18 + 20-23 = 9 h
So: 8-9 + 10:30-12:30 = 3 h
Dazu noch die Direkte Vorbereitung des Raums (2h) und die Nachbereitung von 2 h, dann investiere ich grob geschätzt 19 h, da wir das Seminar zu zweit leiten macht das 38 h. Dazu kommen dann noch Raumkosten, eventuell Strom und Wasser, dann noch Kosten für Extras (Neue Musik, Blumen, Öle, Sachen für spezielle Rituale, ...)

Wenn jeder Teilnehmer 50 € spendet, dann macht das bei 14 Teilnehmern 700 €. Mögen die Raumkosten bei 230 € (Beispiel Shiva-Shakti Haus in Martfeld) liegen und die sonstigen Kosten (Anfahrt, Blumen, Musik, unser Beitrag zum Essen, ...) bei 70 € liegen, dann bleiben 700 € - 300 € = 500 €. Damit ergibt sich ein "Stundenlohn" von etwa 13.16 €. Damit wäre man tatsächlich weit über dem Mindestlohn in Deutschland. Das mag man verwerflich finden. Ich gehe jedoch auch davon aus, dass eine Seminarleitung üblicherweise hoch qualifiziert ist und ihre Ausbildung (Seminare, Fortbildungen, Therapien, Ausbildungen, etc...) einen vierstelligen €-Betrag gekostet hat. Bis dieser abbezahlt ist, vergehen bei dieser Rechnung mindestens 6 Jahre (10.000€/250€ = 40 Seminare und ~6 Seminare pro Jahr)

Also reich kann man so nicht werden, aber ein schlechtes Gewissen muss meiner Meinung nach auch niemand haben, der sich für das Leiten von Tantraseminaren (oder auch das Geben von Tantramassagen) bezahlen lässt.
Danke18x
 
21. September 2017
Kommerz?

Für mich persönlich können Spiritualität und Kommerz nicht miteinander. Entweder man dient dem Mamon oder dem Licht. Das passt von den Energien nicht zusammen. Das ist wie Feuer und Wasser.
Aber d.h. nicht, dass es Situationen gibt wo nicht das Eine oder das Andere gebraucht wird. Wir leben hier auf der Erde und haben einen Körper. Für den müssen wir auch sorgen. Also brauche ich Geld. Leider bekommt man heute nicht wie früher Essen für Dienstleistung.
Geld verdienen muss ich, um meinen Körper erhalten zu müssen. Wie so viele andere Dinge. Das bin ich meiner Seele schuldig, sie will hier leben.
Wenn das Geld verdienen im Vordergrund steht und nicht der Dienst am Nächsten, habe ich den Mamon gegen die Spiritualität eingetauscht.
Wenn ich hingegen das verdiente Geld nicht für den zigten Sparstrumpf und Luxus nütze, sondern um anderen zu helfen, Mutter Erde zu schützen etc. wandelt sich die niedrige Energie des Geldes in hochhschwingene Liebe.
Gute Arbeit rechtfertigt auch einen hohen Preis.
Wenn die Materie Geld dann für Gutes eingesetzt wird, kann viel mehr Gutes entstehen, als wenn es kostenfrei angeboten wird.
Ich z.B. finde es toll, dass es Tantraabende für einen Unkostenbeitrag gibt oder Massageaustausche mit wenig Kommerz. Ich gucke genau hin, in welche Hände ich mich begebe. Will einer nur Geld verdienen oder geht es hauptsächlich um mich..... Dann ist mein Geld ein herzliches Dankeschön. Ansonsten fühle ich mich weitgehendst missbraucht oder betrogen.

Namaste Lydia
Danke12x
 
21. September 2017
Angebot und Nachfrage...

regeln den Preis.
So habe ich es mal am Wirtschaftsgymnasium gelernt.
Lange ist es her, wird aber immer noch so sein.
Der Markt regelt den Preis.

Grundsätzlich ist Tantra kostenlos,
jeder Mensch kann sich informieren und Tantriker werden,
nach den alten Regeln leben wie er lustig ist.
Geld kommt erst ins Spiel,
wenn es um Dienstleistungen oder Veranstaltungen geht
wo Kosten entstehen, von der Raummiete bis zu Honoraren,
die je nach Nachfrage sehr unterschiedlich sein können.

tantra an sich ist wie der Glaube an den lieben Gott,
den bösen Satan oder einfach Atheist zu sein
aber grundsätzlich kostenlos.

Eine Gebührenordnung für Tantradienstleistungen
wie bei den Architekten oder den Rechtsanwälten
ist mir nicht bekannt,
der Preis entsteht wohl nach Angebot und Nachfrage.
 
21. September 2017
...

Ich habe mich mental und physisch geweigert, die Beiträge zu diesem Thema durchzulesen, ja sogar das Thema des Themenstellers für mich anzunehmen. Immer und immer wieder durchgekaut. Ich habe keine Lust mehr, noch mehr Kümmelkörner zu spalten. Für uns Professionelle käme jeder Beitrag einer Rechtfertigung gleich. Lasst doch jedem sein Tantra und nichts würde geben, wenn es nicht angenommen werden würde.
 
21. September 2017

Tantra ist Liebe - und die kann man nicht kaufen.

Die angebotenen Massagen sind Sex gegen Geld - also Prostitution. Das ist aber was ganz anderes als Liebe.
 
21. September 2017
Uebertriebene Preise zu Recht?

Preise für Trantramassage, ich möchte keine Namen nennen, ab 280 Euro für 1 Stunde?! Nein danke !!!
*snief*
 
21. September 2017
Tantra ist Liebe . . . . .

DarkBoy : Eine etwas gewagte Aussage. Du hast Recht, dass Tantramassagen unter Prostitution laufen, auch in der Schweiz. Wenn ich mich aber auf eine Kundin während gut 3 Stunden einlasse, dann öffne ich mich während dieser Zeit komplett für sie, schenke ihr meine ganze Aufmerksamkeit und Präsenz und berühre sie mit dem grössten Respekt und Achtsamkeit. Was wäre denn bei dir bei einer Massage 'aus Liebe' so sehr anders dabei?
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