vom Seminar in den Alltag

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ThemenerstellerGruppen-Mod
03. Oktober 2016
vom Seminar in den Alltag

Das Thema ist in einem anderen Thread entstanden - meiner Meinung nach eine eigene Diskussion wert:

Wie tragt Ihr den in Seminaren aufgebauten "Spirit" in Euren Alltag? Sind Seminar und reales Leben für Euch zwei verschiedene Welten?

Ein Lehrer von mir sagte mal "Der Alltag ist das wahre Seminar und voller Übungen, Herausforderungen"

Ursprungsthread:
Tantra: Sind Tantriker unverbindlich?
 
02. Januar 2017
Leider...

zerbinetta27:
Die Beziehungen und Kontakte, die da entstehen, scheinen trotz ihrer instantanen großen Nähe nicht wirklich nachhaltig. Sie entstehen gruppendynamisch im 'geschützten Raum' und haben vor der Realität des Alltags meist keinen Bestand mehr.

Das ist leider auch wieder meine große Befürchtung nach meinem Silvesterseminar. Noch habe ich zwei Tage Urlaub, aber mir graut schon wieder vor dem profanen Alltag im spießigen profanen Berufsumfeld. Was mir fehlt, ist eine reale, in der Nähe befindliche Gemeinschaft Gleichgesinnter, um die Dinge nachzuerleben, zu besprechen, sich auszubreiten und zu verankern. Ich fühlte mich bisher spätestens nach 1-2 Wochen nach einem Seminar wieder in einem ziemlich untantrischen Zustand.
*snief*
 
02. Januar 2017
Zurück von unserer Tantrisch-Spirituellen Silvesterzeit

möchte ich hier auch zu der Diskussion beitragen.
Wir haben wieder erlebt, wie hoch das tantrische Gemeinschaftsfeld schwingt und wie sehr alle in den Herzen berührt und mit allem tief verbunden waren.

Wenn in der Zeit danach die Energie wieder niedriger schwingt und der Alltag uns wieder "einholt", dann habe ich großes Verständnis dafür, dass diese Intimität und Nähe nicht zu halten ist.
So erlebe ich es seit Jahren und ja, es ist schade! *traurig* Es braucht eine andere Kontinuität, um dies nachhaltiger leben zu können.

Ich finde aber, wir sollten das, was in solchen besonderen Zeiten geschieht, würdigen. Denn die Energie, die hier kultiviert wird, fließt in das große Ganze und ist verwoben und vernetzt mit dem großen Lichtnetz, das um die Erde herum schwingt und immer stärker wird!
Ich sehne mich danach, in einer spirituell tantsichen Gemeinschaft zu leben, in der diese Art des Miteinander-Seins kultiviert werden kann! Dann könnten wir jeden Tag dazu beitragen.
Von Herzen *herz*
Sylvia
 
02. Januar 2017
@ Skala

Ja, und es gibt viele, die ihren Teil dazu geben! Ich erlebe es immer wieder auf den Polytreffen, tantrischen Treffen, die weniger kommerziell oder gar gleich unkommerziell sind, weil sie aus freundschaftlicher Initiative entstanden sind. Ich erlebe es auch in der zunehmenden Vielfalt von Gemeinschaftsgründungsinitiativen.
Da geht es um wirkliche Vernetzung! Bei den kommerzielleren Veranstaltern muss sich vielleicht noch die Spreu vom Weizen trennen....
Es liegt letztlich an jedem einzelnen, diese Energie in den Alltag mitzunehmen und zu kultivieren.

Mittlerweile versuche ich, in ganz vielem meinen Teil dazu beizutragen, z. B. gebe ich Kochkurse mit tantrischen Elementen, um in Minischritten Meditation, Atembewusstsein und feine Schwingungen nahe zu bringen..... Viele kleine Schritte........
 
02. Januar 2017
mal versucht nachzudenken...

Lese Eure Beiträge mit großem Interesse.
Vieles kenne ich selbst, bzw hab ich oft gehört:
# das "Verblassen" der schönen Eindrücke
# den Verlust des Impetus, der Energie
# den Wunsch nach ähnlich Gesinnten, um das "tantrische" besser im Alltag leben zu können
# die vielen Versuche, das tägliche Leben "tantrischer" zu machen
# die Freude über die vielen schönen Erfahrungen auf Seminaren etc, die Kust auf Mehr machen

Obwohl als erste Haltung wohl ein "ist so!" angesagt ist, interessiert mich AUCH, warum die Fragen/erlebten Mängel offenbleiben.
Ich frage mich, ob es nicht an der grundlegenden Differenz zwischen tun und sein liegt, die das hervorruft?
Wenn wir Tantra "machen", schaffen wir schöne Momente, energiereiche Massagen, sinnliche Begegnungen, greifbares Hochgefühl in Gemeinschaft, was immer, und daas in bester Absicht.
Und all das vergeht, schafft eine schöne Erinnerung. Eine wunderschöne manchmal. Und die steht dann oft im totalen Gegensatz zum erlebten Jetzt im Büro, Betrieb oder dem "normalen" Umfeld. Und dann vergleichen wir. Und der Vergleich ist der Beginn des Unglücks (S.Kierkegaard, wenn ich mich recht erinnere)
Was tun? sofort das nächste Seminar buchen, eine Gruppe im ort gründen, eine Wohngemeinschaft,...
Ohne etwas untertellen zu wollen, auch eine treffliche Grundlage für die Vermarktung einschlägiger Seminare...
Aber alles leider mit dem Effekt, dass der "Hunger" nicht gestillt, sondern eher noch genährt wird.
Wenn dem so ist, wo ist dann der Ausweg?

Tantra als Haltung verstanden, sucht nicht nach schönen Erlebnissen, oder außergewöhnlichen Erfahrungen; sondern ist doch eher ein sich immer fragendes "Was ist gerade? Jetzt?", und ein Reflektieren/Meditieren desselben. Nicht das "Andere" suchen, sondern wahrnehmen dessen was "gerade da ist". Und dieses verändert. Langsam vielleicht. Aber dadurch, dass wir uns selbst wandeln, wandelt sich auch die Wahrnehmung der Welt, und das dauerhaft.

So, hier hör' ich mal auf, g'scheit daherzuschreiben und würd' mich über Eure Gedanken freuen
LG
Kohelet
Danke10x
 
02. Januar 2017
Übergänge

Danke für dieses Thema und dass es einen eigenen Raum bekommt.
Im Schutzraum eines Seminars ist eine Erweiterung der eigenen Erlebnisfähigkeit möglich und eine besondere Art von tiefem Kontakt. Ich wollte nach meinem Jahrestraining erst mal keine neuen Seminare besuchen, um nicht das Gefühl zu haben, meine wesentlichsten Anteile nur in Seminaren zu leben. Und es ist genau so wie Du sagst, themisabeth, in kleinen Schritten ist es möglich immer mehr davon im Alltag zu leben. Das Schöne ist, dass dann auch Resonanz von außen kommt und dass es möglich ist, auf so eine intensive Weise einfach dazusein ... ob nun Tantra draufsteht oder irgendwas anderes.

Der Übergang vom Seminar in den Alltag oder Übergänge von außergewöhnlichen Erlebnissen zu anderen, profaneren Zuständen, spielt dabei eine unglaublich wichtige Rolle, wie mir scheint. Das Loslassen, das Gewahrsein und der bewusste und langsame Übergang haben mich erleben lassen, dass ich diesen Übergang gestalten kann und mich auch mal hin und zurück bewegen kann. Das gelingt immerhin manchmal. Und oft auch überhaupt nicht ... auch gut.

Kurzum: an den Schwellen gibt's manchmal die superinteressanten Erfahrungen.
 
03. Januar 2017
Sicher ist ...

... es nicht immer einfach, das in Seminaren Erlebte mit in den Alltag zu nehmen.
Das könnte man natürlich als schade benennen, dass der Alltag seinen Raum erobert, bzw. erobern darf, ich persönlich freue mich aber immer häufiger eher darüber, dass ich im Rahmen eines Seminars einige Zeit dem Alltag entfliehen konnte.
Zudem stelle ich auch fest, dass sich alle diese kleinen Dinge mehr und mehr einschleichen, zu Veränderungen führen und Themen, mit denen ich mich in Seminaren intensiv beschäftige, auch im Alltag ihren Platz einnehmen.
Themen, die das weniger oder gar nicht tun, scheinen dann in dem Moment für mich (noch) nicht so wichtig zu sein.
 
03. Januar 2017

Ja, und wenn man das mal spirituell betrachtet, dann geht es doch gerade um Annahme dessen, was zwischen uns in Resonanz geht, fein schwingt, ODER: eben nicht schwingt, nicht in Resonanz geht, um uns Schatten in uns zu spiegeln, derer wir uns dann mit mehr oder weniger Hingabe widmen können....

Alles hat für mich seinen Sinn. Das Bewusstsein erhöht sich für mein Gefühl, die kollektiven Schwingungen werden feiner, mich erfüllt das mit mehr und mehr Dankbarkeit.
 
03. Januar 2017

Ich glaube und befürchtige ja sogar, dass so etwas wie der Besuch eines Tantra-Seminar in Mode gekommen ist, weil man eher Abstand vom Alltag möchte. Man möchte ein wenig Ruhe und Entspannung finden. Und diese kann man nicht im Alltag sehen. Der Job belastet einen, es wird immer stressiger und meistens gibt es auch im Haushalt genügend Stressfaktoren (Ehegatte, Kinder, Behördenkram).

Daher sind Seminare völlig anders zu bewerten als der Alltag. Ich glaube ja sogar, dass 90 % der Seminarteilnehmer ihre im Seminar erlangten Kenntnisse nicht im Alltag übernehmen.
Aber ist es nicht immer so, wenn man ein Seminar besucht?
Überhaupt, kann man Tantra im Alltag nutzen? Während des Bügeln vielleicht?

Dafür müsste ich erstmal wissen, wer was mit Tantra beabsichtigt. Welche Ziele verfolgt man?
 
03. Januar 2017

raganello:
Überhaupt, kann man Tantra im Alltag nutzen? Während des Bügeln vielleicht?

Ich vermute einmal, dass diese Frage wohl eher ironisch gemeint war. Von daher wird dich die Antwort vielleicht ein wenig überraschen:

Gerade das Bügeln ist etwas, bei dem man einen ähnlichen Flow entwickeln kann wie bei einer Massage.

Daher also die Antwort: ein klares JA *g*
 
03. Januar 2017
@raga

Bin da voll bei Dir.
Es ist so naheliegend, attraktiv, wunderbar: Sich eine Auszeit vom Alltag zu nehmen, aufzufangen, Abstand gewinnen.
Und genau das Gegenteil dessen, worum es geht....
 
03. Januar 2017
Dummes Wörterbuch, lach

Sollte 'aufzutanken ' heißen...sorry
 
04. Januar 2017
Meine Sichtweise:

raganello:
Ich glaube und befürchtige ja sogar, dass so etwas wie der Besuch eines Tantra-Seminar in Mode gekommen ist, weil man eher Abstand vom Alltag möchte. Man möchte ein wenig Ruhe und Entspannung finden.

Dem kann ich jetzt so gar nicht folgen. Das dürfte doch sehr auf das Seminar ankommen, da ist ja schließlich nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Da werden doch teils sehr persönliche, wunde Punkte angegangen, alte Verletzungen, Traumata, verschüttete Gefühle und was sonst noch. Ich kann nicht für andere sprechen, aber mir geht es darum, mich über die Erfahrungen in diesen Seminaren weiterzuentwickeln. Dafür braucht es aber auch Räume im Alltag nach den Seminaren. Da dieser Alltag kaum tantrische Bedingungen mit sich bringt, wird man sich die erforderlichen Räume schaffen müssen. Warum nicht auch beim bügeln, wenn's funktioniert. Andererseits ist es wirklich ein Problem, wenn dieser Alltag mit so vielen Problemen und Baustellen daherkommt, dass es einem kaum gelingt, Räume für die Umsetzung seiner Erfahrungen zu halten. Die tantrische Haltung, die dann so stabil ist, dass man sie im profanen Alltag einfließen lassen kann, muss schließlich erst entwickelt, trainiert werden. Dazu sind diese Räume nötig, Und darum können Anker, wie der Austausch mit Gleichgesinnten, sehr hilfreich sein, sich diese Räume offenzuhalten.
 
04. Januar 2017

Ich kann raganellos Erfahrungen nicht bestätigen. Das kann daran liegen, dass ich in Tantagruppen unterwegs bin, die wie schon gesagt, wenig kommerziell sind und - das ist sicher eine Folge davon- viele Teilnehmer haben, die immer wieder kommen. Dadurch ist Vernetzung gegeben, man erlebt sich und die anderen in der Entwicklung. Das überbrückt auch viel Alltag, weil zwischendurch Telefonate, Treffen etc. möglich sind.
 
04. Januar 2017
Spiritualität und Alltag

Seminare jeglicher Art machen nur dann Sinn, wenn es der einzelne versteht, dies ins alltägliche Leben einzubinden. Ansonsten wird Tantra und vieles mehr zu einem Ausbrechen aus dem Alltag. Tantra sollte für mich gelebter Alltag sein, der auch der spießigen Welt offen zeigt, dass Leben anders gelebt und geliebt werden kann.

Es mag sicherlich nicht immer leicht sein, gegen den Strom zu schwimmen und dies offen kund zu tun, weil man aneckt, oft ein Querulant sei und der Gesellschaft ein Dorn im Auge sei, aber auch dies ist für mich tantrisches Sein, in diesen Zeiten der Welt offen die Stirn zu zeigen, denn die Zeit ist längst reif für eine große Revolution unserer Gesellschaft und wie wir leben......

Namaste
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