Tränen bei der Tantramassage

Ich hatte letztes Wochenende einen Tantramassage-Workshop. Der Empfangende wurde von einer Traurigkeit übermannt und…

12. Oktober 2011
Tränen bei der Tantramassage

Ich hatte letztes Wochenende einen Tantramassage-Workshop.

Der Empfangende wurde von einer Traurigkeit übermannt und weinte ab einem gewissen Punkt die ganze Massage und auch die Ruhephase danach durch.

Ich weiss, dass verschüttete Emotionen durch die Tantramassage an die Oberfläche kommen - aber nur weil sie an die Oberfläche gelangt sind, heisst das ja noch lange nicht dass sie damit verarbeitet sind. Oder sehe ich das falsch?

Wie geht ihr als Gebende mit solch einer Situation um?
12. Oktober 2011
Ausweinen lassen.

Es ist gut, wenn derjenige den Raum hat zu weinen.
Und klar, bearbeitet ist damit nichts. Aber schon allein durch das Weinen kommt das Thema hoch, kann angesehen werden, bekommt Raum und wird präsent.
Manchmal ist es auch einfach nur die Dankbarkeit oder das Angerührtsein über die Art der Zuwendung.
12. Oktober 2011
ausweinen lassen ...

... dem kann ich mich nur anschliessen, wenn Du in therapeutischen Interventionen nicht ausgebildet bist. Gib dem Klienten den Raum den er braucht, um zu sich selbst zu kommen ... oder sich mitzuteilen ... oder einfach gehalten zu werden. Diese 3 Formen gehen eigentlich fast immer.

Namasté Bastian
12. Oktober 2011
präsent bleiben

rutscht eine Klient/eine Klientin ins Weinen, dann - so hab ich gelernt (und das hat sich bewährt - auch bei mir) dann unbedingt weinen lassen - nicht stören - nur bestätigen, dass das Weinen gut ist ... und weiter geweint werden darf ... immer wieder mit der Massage aufhören .... Hände auflegen ...nur präsent sein .... evtl. zieht man den Weinenden sonst von seinem "Flash" weg ...
13. Oktober 2011
Tränen danach

Meine Freundin hatte eine böse Vergewaltigung zu verarbeiten. Ein Therapeut hatte ihr geholfen, Ihre Selbstachtung wieder zu finden, so, dass sie ihren Beruf als Lehrerin vor Abiturklassen wieder nachgehen konnte. Aber sie hatte keine Lust auf Sex.

So probierte sie es auch mit Yoni Massagen. Es war eine Serie von zwei Massagen monatlich über etwa anderthalb Jahre, die ihr den Libido wieder zurück brachte. Erst jetzt lernten wir uns kennen.

Sie sagte, dass die Massagen auch geheimnisvolle Spätwirkungen hatte. So überkam sie einige Tage nach einer Massage ein Drang zu Weinen. Sie konnte bereits mit entsprechenden aufkommenden Weinkrämpfen während der Massage umgehen (laufen lassen), war glücklicher Weise allein und liess auch dieses Mal die Tränen fliessen.

Schließlich haben ihr die Massagen das Lusterleben beim Sex zurückgebracht.



BFlat
13. Oktober 2011
Hab das neulich bei mir selbst erleben dürfen

allerdings im Rahmen einer Ayurveda-Ganzkörper Öl Massage.
Ich kann nur für mich sprechen. Die Tränen kamen nach einer gewonnenen Erkentniss die in einem Abschied von einem Lieben Menschen begründet war.
Die Erkenntnis war u.a. das jeder Mensch allein durch sein sein wertvoll für andere ist und es keiner großen Taten dafür bedarf sondern eher kleiner Taten.
Beides viel vermutlich durch die Streicheleinheit für die Seele leichter und es war ein schönes Warmes gefühl.
Es war auch schön, das ich zwar nach der Massage darüber reden konnte, aber nicht irgendwie danach gefragt wurde.
Von daher würd ich auch sagen Ausweinen lassen und verständniss zeigen, nicht nachfragen.
13. Oktober 2011

Die Berührung traumatisierter Regionen kann in einem therapeutischen Kontext heilsam sein. Leider wird dies von der Schul-Psychotherapie so nicht gesehen, da diese körperlos und sowieso die Genitalen tabu sind !
Selbst in der Körpertherapie kommt man tief aber nicht in diese Region.

Aber eine Yoni-Massage alleine - uneingebettet in eine therapeutische Behandlung - würde ich nicht empfehlen. Ich fürchte viele Masseusen sind da einfach überfordert.

Namasté
Bastian
13. Oktober 2011
Das erste mal....

.... war bei uns auch eine tränenreiche Erfahrung.

Die von mir (m) geschaffene Atmosphäre, die Musik dazu, das Gefühl gehalten zu werden, trost zu finden... ließ bei meiner Frau alle Tränendrüsen aufgehen.
Ich hatte Sie in den letzten 10 jahren noch nie so erlebt und trotzdem wir kaum den Massageteil angingen, bedankte Sie sich hinterher bei mir dafür und fühlte sich auf jeden Fall deutlich besser.

Ich bestätigte Sie auch Ihren Tränen freien Lauf zu lassen, damit all die angestauten Emotionen mal frei werden, welches Sie mir auch bestätigte.

Also aus unserer Erfahrung den weinenden eher noch motivieren die tränen laufen zu lassen.
13. Oktober 2011

Bei einem Tantra-Massage-Workshop, hatte ich eine Partnerin, die in mir viel von dem sah, was sie bei ihrem Mann vermisste und da kamen, als wir uns bei einer Übung gegenüber saßen und anschauten, nicht nur Tränen, sondern ziemlicher "Schmerz/Verzweiflung" etc. hoch. Ich hab mich mit ihr sonst gut verstanden, aber da war es für mich ein etwas komisches Gefühl, weil es so direkt mit mir zu tun hatte und ich aber auch ganz deutlich ihre Projektionen gespürt habe.
Sie wurde dann noch die ganze folgende Pause von den beiden Seminarleitern gehalten und hatte mit ihnen Aussprache. Am nächsten Tag brachte sie ein Foto von ihrem Mann mit und der sah mir tatsächlich sogar etwas ähnlich. Sie wollte am nächsten Tag wieder mit mir arbeiten, aber ich spürte immer etwas dieses leichte "Klammern" an etwas von ihr, das sie auf mich projizierte. Ich wollte bei diesem Workshop unbedingt noch jemand anderen kennen lernen...

Ansonsten bin ich sehr offen für Tränen und finde die Beiträge hier schön. Aber bei diesem Workshop war es eine gewisse Herausforderung für mich.
13. Oktober 2011
Gefühlen freien Lauf lassen

ich habe mehrere Tantra-Massagen empfangen und gegeben. Immer wieder spielen heftige Emotionen dabei eine große Rolle. Ich habe dabei auch schon geweint. Schön ist das Gefühl, wenn die Tränen sehr anhaltend fließen und die Gefühle sehr heftig werden, wenn mein Gebender mit einigen Haltepausen in der Massage, gerne beim Herzchakra, mir das Gefühl von angenommen sein gibt. Auch die Massage kann dann entsprechend angepaßt werden. Manchmal ist es gut Z.B. meditativer in der Berührung zu werden. Wenn in der Massage das Denken nachläßt, zugunsten des Fühlens, kann man sowieso nicht viel verkehrt machen. Gut ist es, dem,der Empfänger -rin in einem Vorgespräch klar zu stellen, daß Grenzen wärend der Massage angesprochen werden dürfen. Es werden auch mal Blockaden erreicht, die vielleicht noch zu schmerzhaft sind. Weinen kann auch sehr befreien und ein schönes Gefühl sein. Ich habe auch schon mal beim Empfang der Massage ständig abwechselnd gelacht und geweint!
LG
Brigid Nirmala
13. Oktober 2011
@boschn

Genau das ist der Punkt, auf den ich hinausmöchte.

Zur Klärung: Ich bin keine professionelle Tantramasseurin - ich durfte an einem Workshop teilnehmen und habe in dem Rahmen Männer massiert.

Aus Respekt zu der betroffenen Person möchte ich nicht in's Detail gehen, aber aufgrund der Nachbesprechung in der Gruppe kam zutage, dass Traumata vorhanden waren, die eigentlich professionell behandelt werden müssten. Dies habe ich bei der Massage eigentlich schon gespürt , denn es war kein befreites Weinen, sondern wirklich von Schmerz und Verzweiflung getragen. Wie schon erwähnt wurde, habe ich ihn während der Massage öfter gehalten, nachgefragt, ob ein momentaner Massagegriff ok ist, ob er irgendwas braucht, um sich besser zu fühlen, usw. und beim Beginn der Ruhephase gefragt, ob er gehalten werden möchte oder lieber für sich sein will.

Ich frage mich nun einfach, ob es klug ist, Traumata wieder hervorzuholen und den Empfangenden in dem Zustand wieder allein hinaus in die Welt zu lassen.
13. Oktober 2011

Ich frage mich nun einfach, ob es klug ist, Traumata wieder hervorzuholen und den Empfangenden in dem Zustand wieder allein hinaus in die Welt zu lassen.

weinen ist loslassen von schmerz - und als gebende/r kann und sollte man nicht mehr tun als den raum wahren und präsent zu bleiben. mehr kann und sollte man nicht tun im rahmen einer solchen massage.

wenn der empfangende nach einem solchen sichöffnen und fließenlassen das gefühl hat, gehalten gewesen zu sein, dann schadet es nicht, und dann geht er vermutlich mit einem vagen gefühl des momentanen befreitseins - was den kick geben kann zu weiterer auseinandersetzung mit den ursachen seines schmerzes.
13. Oktober 2011

Moinsen, in dem Zusammenhang empfehle ich die Bücher von Wilhelm Reich zum Muskelpanzer, er beschreibt, den Zusammenhang von Muskelverspannungen und einem Charakterpanzer. In der Tantra-Ausbildung, die ich mache, spielt das Auffinden und Lösen von Blockaden eine wichtige Rolle, wir haben ja ein "Körpergedächtnis" und bei der Massage kann es immer wieder sein, dass man eine Blockade oder Disharmonie auflöst, dadurch kann es einerseits während der Massage zu Reaktionen kommen, aber es kann sich auch die Tage nach der Massage sanft lösen. Alles Liebe lali
13. Oktober 2011
Danke

Ich frage mich nun einfach, ob es klug ist, Traumata wieder hervorzuholen und den Empfangenden in dem Zustand wieder allein hinaus in die Welt zu lassen.

Da ich mich im Psychtherapeutischen Bereich ausbilde, aber mich gleichzeitig auch im Spirituellen Bereich wiederfinde (die Schulmedizin allein sagt mir nicht zu - für mich macht ganzheitliches Heilen Sinn)
möchte ich mich bei dir für diese Aussgae von Herzen bedanken!

Denn damit zeigst du schon mehr Weitblick, Achtsamkeit und Verantwortungsgefühl wie viele andere.
Bei Eingriffen in den Körper, bzw. dessen gewohnten Ablauf ergibt sich auch eine sehr große Verantwortung dem Nehmenden gegenüber.
es sind oft erkenntnisse, die ans Tageslicht kommen, die für diese Menschen radikal sein können und diese sogar bis hin zur Panik treiben können.

Es ist verantwortungslos sich zu rechtfertigen mit Aussagen wie - er hat sich ja während der Behandlung gehalten gefühlt... - na ja, das kann schon sein und das hat auch mit Sicherheit gut getan - keine Frage! Aber die Verantwortung hört nicht an der Türschwelle auf.

Einen Menschen erst dann gehen zu lassen, wenn wir das sichere Gefühl haben, dass er wieder voll und ganz im hier und jetzt angekommen ist und er sich wieder gefangen hat - das ist verantwortungsvoll.

Danke Billy für deine Frage!
Ich denke, dadurch, dass du dir diese wichtige Frage gestellt hast und du dich mit dieser Situation auseinandersetzt, findest du auch richtige Wege damit umzugehen. Ich finde es gut, wie du reagiert hast - warst im Kontakt mit ihm und gleichzeitig mit dir selbst. Das empfinde ich als sehr wichtig.
Ich habe volles Vertrauen zu dir, dass du dir und dem Nehmenden gut zu helfen weißt in einer solchen Situation!
13. Oktober 2011
Tränen

Weinen wird hier zumeist als negative Äußerungsform beschrieben.

Sollte man darüber nachdenken?

Weinen ist doch der Ausdruck eines Sturms von Gefühlen.

Z.B. beim Zugrabetragen eines geliebten Menschen.
Oder beim Zorn über eine erlittene Schmach

Doch gibt es durchaus andere Gefühlsmomente, die Tränen hervorrufen können: Freudentränen sind ja wohl allgemein bekannt.

Ich selbst erfahre manchmal Impulse zum Weinen, wenn ich eine schöne Landschaft wiedersehe. Leider kann ich mich dem aber nichtmehr hingeben, seit ich "ein Mann" geworden bin; so etwa seit meinem 18. Lebensjahr, als das Leben um mich herum laut zu werden begann.

Könnte es sein, dass durch Tantra ein eigener Zugang zum Weinen erschlossen wird? Nicht Trauer, nicht Wut, nicht exzessive Freude? Vielleicht auch nicht die versteckte Erinnerung an solche Erlebnisse?

Vielleicht sollen wir auch deshalb den Tränen nicht nachsinnen, wenn sie zu rinnen beginnen, während einer tantrischen Massage?




BFlat

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